Programm: 1. Halbjahr 2016

Liebe Mitglieder und Freunde von Meridian,

im 1. Halbjahr 2016 laden wir ein zu folgenden Veranstaltungen:

 


Wir beginnen unsere Veranstaltungen am 16. und 17. Februar 2016 mit einem Roman von Joseph Roth: „Die Rebellion“ gelesen von Christian Brückner (MERIDIAN in Zusammenarbeit mit SR 2 KulturRadio sowie dem Filmhaus)


Der 1924 erschienene Roman des österreichischen Erzählers Joseph Roth (1894 – 1939) gehört zum Frühwerk des Autors. Der Protagonist Andreas Pum ist, wie andere Figuren Roths aus dieser Zeit, ein sozialer Absteiger, körperlich und psychisch traumatisiert. Er hat im Weltkrieg ein Bein verloren und schlägt sich auf Hinterhöfen als Leierkastenspieler durch. Kurz nach der Hochzeit mit der Witwe Katharina Blumich betrügt ihn diese mit einem Polizisten. Nach einer Rangelei wird Pum wegen „Widerstands gegen die Staatsgewalt und Amtsehrenbeleidigung“ eingesperrt. Er verliert nicht nur die Lizenz als Leierkastenspieler, sondern auch seinen Glauben. Ein Bekannter vermittelt ihm eine Stelle als Toilettenmann. Als er während der Arbeit stirbt, rechnet er in einer grandiosen Apotheose mit Gott ab.
Auf beeindruckende Weise gelingt es Roth, in dem Roman einen Vorläufer und Leidensgefährten eines anderen Verlorenen und Gescheiterten zu entwerfen, von Döblins Franz Biberkopf.

Rosemarie Kelter hat jeweils 10 Karten für beide Abende für Vereinsmitglieder erworben. Anmeldung unter 06898-66305

Die Veranstaltung findet statt um 19.00 Uhr im Filmhaus. Eintritt: jeweils 6,50€



5. April 2016
Rainer Freyer:
„Saar-Nostalgie - Politik und Alltag in der Saarstaatzeit - Erinnerungen und Fundstücke aus den Jahren 1945 bis 1959“ (MERIDIAN in Zusammenarbeit mit SR 2 KulturRadio sowie dem Filmhaus)
Die Existenz und die Eigenheiten des von 1947 bis 1956 teilweise eigenständigen Saarlands drohten in Vergessenheit zu geraten. Deshalb wurde 2007 eine Website ins Leben gerufen, das sich zu einem „Online-Museum für Geschichte, Alltag und Kultur im Saarland von 1945 bis 1959“ entwickelte. Zwei Bücher sind inzwischen erschienen, die die Fundstücke dokumentieren.
Jene Jahre erhitzen immer noch die Gemüter. Doch brachte diese wechselhafte Epoche auch eine Fülle von Besonderheiten mit sich, etwa: Das Geld der Saarländer; die ungeliebte Grenze; Tag X; die Saar und Olympia; Radio Saarbrücken; saarländische Genussmittel; und vieles mehr. In zwei Büchern ist das Projekt dokumentiert.
Rainer Freyer wird darüber berichten.

Die Veranstaltung findet statt um 19.00 im Casino-Restaurant, Bismarckstrasse 47-49, Saarbrücken.

Der Eintritt  ist frei!


 
15. Juni 2016
Sigrid Damm: „Sommerreigen der Liebe – Goethe und Frau von Stein“ (Lesung)
(MERIDIAN in Kooperation mit SR 2 Kulturradio)

Goethes Briefe an Charlotte von Stein gehören zu den schönsten Liebeszeugnissen der Weltliteratur – und es sind intime Dokumente über Goethes erstes Jahrzehnt in Weimar, über das er sich lebenslang in Schweigen gehüllt hat. Rückhaltlos vertraut er der Geliebten alle seine Zweifel und Ängste an, berichtet von Erfolgen und Niederlagen sowohl seiner künstlerischen als auch seiner gesellschaftspolitischen Arbeit am Weimarer Fürstentum. Vor allem aber erzählen diese Briefe von seiner Leidenschaft für die unerreichbare Frau. Sigrid Damm hat die weit über tausend Briefe neu gelesen und wie stets akribisch recherchiert. Entstanden ist ein umfassendes Porträt des jungen Goethe zwischen sechsundzwanzig und sechsunddreißig. Damm leuchtet die Hintergründe dieser ungewöhnlichen Liebe zu der sieben Jahre älteren Frau aus. Und erzählt von ihren hochfliegenden Illusionen, der zauberhaften Intimität, von Alltagsnähe, Heiterkeit, ihren Spannungen, Beglückungen und den Ursachen des letztlich tragischen Scheiterns.

Die Veranstaltung findet statt um 19.00 Uhr im Konferenzgebäude  des  SR.

Der Eintritt  ist frei!


 

14. Juli 2016
Jenny Erpenbeck: „Gehen, ging, gegangen“ (Lesung)
(MERIDIAN in Kooperation mit SR 2 KulturRadio)

Wie erträgt man das Vergehen der Zeit, wenn man zur Untätigkeit gezwungen ist? Wie geht man um mit dem Verlust derer, die man geliebt hat? Wer trägt das Erbe weiter? Richard, emeritierter Professor, kommt durch die zufällige Begegnung mit Asylsuchenden auf dem Oranienplatz auf die Idee, die Antworten auf seine Fragen dort zu suchen, wo sonst niemand sie sucht: bei jenen jungen Flüchtlingen aus Afrika, die in Berlin gestrandet und seit Jahren zum Warten verurteilt sind. Und plötzlich schaut diese Welt ihn an, den Bewohner des alten Europas, und weiß womöglich besser als er selbst, wer er eigentlich ist. Eine Geschichte vom Wegsehen und Hinsehen, von Tod und Krieg, vom ewigen Warten und von all dem, was unter der Oberfläche verborgen liegt.

Jenny Erpenbeck wurde 1967 in Berlin geboren. 1999 debütierte sie mit der Novelle „Geschichte vom alten Kind“. Es folgten Romane, Erzählungen und Theaterstücke. Ihr Roman „Aller Tage Abend“ wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Joseph-Breitbach-Preis und mit dem Independent Foreign Fiction Prize. Mit „Gehen, ging, gegangen“ stand sie auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.

Die Veranstaltung findet statt um 20 Uhr im Hörfunk-Studio Eins, Saarländischer Rundfunk. Der Eintritt ist frei!


 

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